• Dr. Christian Scharpf

Aschermittwochs-Rede


Aschermittwochsrede, 26.02.2020

(es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Genossinnen und Genossen,


Hamburg

der letzte Sonntag hat gezeigt, die SPD kann Wahlen gewinnen!

Fast 40% haben die Genossinnen und Genossen in Hamburg geholt: Das ist mehr, als die CSU in Bayern bei der letzten Landtagswahl geschafft hat.

Auch von hier aus nochmal einen herzlichen Glückwunsch nach Hamburg, wo wir all die anderen Parteien ganz deutlich auf Distanz gehalten haben.

Tot gesagte leben länger und es zeichnet sich ab, dass wir die Talsohle im Bund durchschritten haben.


Ingolstadt ist natürlich nicht Hamburg, aber eines ist klar:

Mit einer pragmatischen Politik der linken Mitte kann die SPD auch im 21. Jahrhundert Wahlen gewinnen. Unsere drei SPD-Kanzler haben das vorgemacht, allen voran der von mir hochgeschätzte Helmut Schmidt und die Hamburger haben diese Tradition fortgesetzt und das beherzigt: Unsere Politik muss breite Bevölkerungsschichten erreichen, dann sprechen uns die Bürger bei den Themen Wirtschaft, Arbeitsplätze, soziale Gerechtigkeit und bezahlbares Wohnen auch die höchste Kompetenz zu.


Und in Ingolstadt machen wir das genauso:

Wir sind keine Klientelpartei, wir sind auch keine Sozialstenschrecks vor denen sich die Leute fürchten müssen, sondern wir machen solide und pragmatische Politik für die Menschen in dieser Stadt. Die Ingolstädter SPD steht in der Mitte dieser Stadtgesellschaft und wir repräsentieren breite Bevölkerungsschichten.


Das hat nicht zuletzt die gut besuchte Ingolstädter Ballnacht gezeigt, die Klaus Mittermeier und Sylvia Schwarz einzigartig organisiert haben. Lieber Klaus, liebe Sylvia, auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für das, was ihr dort auf die Füße gestellt habt. Das war der qualitativ hochwertigste Ball der letzten Jahre, weil Ihr es einfach drauf habt! Herzlichen Dank Euch.


Für uns Sozialdemokraten ist klar, dass es der Wirtschaft gutgehen muss, wenn wir gute und sichere Arbeitsplätze halten und erschaffen wollen. Aber für uns ist auch klar, dass eine reiche Stadt wie Ingolstadt auch eine soziale Stadt sein muss. Und da hapert es in Ingolstadt noch an vielen entscheidenden Stellen gewaltig:


Soziales Ingolstadt

Beispiel: Ein kürzliches Gespräch mit einer Pflegefachkraft aus dem Geriatriezentrum: Es gibt keine Telefonnummer bei der Stadt wenn alte Menschen entlassen werden, die weiter zu Hause wohnen bleiben möchten. Warum haben wir kein Servicezentrum für Senioren und Hilfsbedürftige an das man sich wenden kann? Wir brauchen eine Anlaufstelle für konkrete Hilfe, wo jemand, der zwar alt ist, aber gerne noch zu Hause wohnen bleiben möchte, Unterstützung bekommt, dass Hilfe wie Essen auf Rädern koordiniert wird, dass Beratung zur Finanzierung oder zur Pflegestufe angeboten wird, dass auch einmal eine Fachkraft zu Hause vorbeischaut, dass auch Entlastungsangebote für pflegende Angehörige geschaffen werden.

Vor zwei Jahren bereits haben wir im Stadtrat einen Pflegestützpunkt beantragt. Passiert ist nichts. Und vor fünf Jahren lief das Projekt „Mobilitätshelfer“ gegen den Widerstand der SPD aus, wo ehrenamtliche Helfer ältere oder hilfsbedürftige Menschen begleitet haben zu Arztbesuchen, für Einkäufe und Besorgungen. Das hat 200.000 Euro gekostet, finanziert durch den Bund. Und als die Förderung ausgelaufen ist, wurde es einfach eingestellt.

Für die Finanzierung von Lehrstühlen an der Technischen Hochschule geben wir eine dreiviertel Million Euro aus, obwohl das gar keine kommunale Aufgabe ist und für unsere Alten und Hilfsbedürftigen haben wir nicht einmal die 200.000 Euro übrig für eine Hilfe, deren Sinnhaftigkeit niemand ernsthaft bestreiten kann. Da stimmen doch die Verhältnismäßigkeiten nicht mehr in dieser Stadt!

Und vom Heilig-Geist-Spital brauchen wir gar nicht zu reden: Eine 700 Jahre alte Stiftung, die den 30-jährigen und andere Kriege, Hungersnöte und schwere Zeiten erlebt hat, die gehtim reichen 21. Jahrhundert, wo es der Stadt finanziell besser denn je geht, fast pleite. Und dann besitzt die CSU die Frechheit auch noch den Vorschlag zu unterbreiten, dass die Alten doch raus aus der Altstadt an den Stadtrand gehen können. Wir bauen in der Innenstadt einStudentenwohnheim nach dem anderen und die Alten sollen raus an den Stadtrand. Was ist das für ein verheerendes Signal für den Zusammenhalt in einer Stadtgesellschaft?

Und dann auch noch gleich mit dem Vorschlag, für das neue Altenheim den zweiten Grüngürtel im Haslangpark auf 5.000qm zuzubauen. Das hat dem Fass wirklich den Boden ausgeschlagen.

Liebe CSU, wo ist Euer Gespür für diese Stadt und ihre Menschen geblieben?

Es wird Zeit, dass die Stadtpolitik sich nicht nur um Flugtaxis kümmert, sondern wieder auf den Teppich kommt, die Bodenhaftung erlangt und die Themen und Probleme angeht, die den Menschen in erster Linie unter den Nägeln brennen. Die letzte FORSA-Umfrage hat es gezeigt:


Verkehrsprobleme lösen

Thema Nr. 1 ist die Mobilität und der Verkehr

- Ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr, der den Namen verdient

- Jahrzehnte hat es geheißen, wir sind eine Autostadt nur weil hier Autos produziert werden: Das ist doch ein Unsinn. Nur weil hier Autos produziert werden schließt das doch noch lange nicht aus, dass die Menschen auch mit anderen Verkehrsmitteln mobil sind als mit dem Auto. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

- Wer Auto fahren soll Auto fahren, viele sind auf´s Auto angewiesen, aber wir müssen den Menschen doch Angebote und Alternativen bieten.

- Heute sind wir beim ÖPNV abgehängt: Mit nur 7% am Gesamtverkehrsaufkommen weit abgeschlagen. Mein Ziel ist eine Verdoppelung auf 14% und damit sind wir immer noch bloß im Durchschnitt anderer Großstädte. Jetzt kurz vor der Wahl ist die CSU aufgewacht: Unglaubwürdig und zu spät!

- 64.000 Einpendler aus der Region verstopfen unsere Straßen und wir sind froh, dass sie als Fachkräfte zu uns kommen. Diesen Menschen muss man etwas anbieten und man hätte damit schon vor 20 Jahren anfangen müssen: Ein Regio-S-Bahn auf bestehenden Gleisen der Bahn. Regensburg macht es gerade vor!

- Und beim Fahrradverkehr haben wir seit drei Jahren ein tolles Fahrradkonzept, aber von 10 Fahrradvorrangrouten wurde in drei Jahren gerade einmal eine umgesetzt: Zähflüssiger Verkehr nicht nur auf den Straßen, sondern auch bei Ausbau der Fahrradwege.


Bezahlbares Wohnen

Das selbe Bild beim bezahlbaren Wohnen:

· Mieten von 2009 bis 2019 um über 50% gestiegen von Mittelwert 7,70 auf 11,70 Euro. In der traurigen TOP 10-Liste in Deutschland sind wir damit auf Platz 7 bei den Städten mit den höchsten Mietpreissteigerungen!

· Die Sonderbauprogramme der GWG sind gut und richtig, aber die meisten Menschen haben nicht das Glück in einer Wohnung der Gemeinnützigen zu wohnen, sondern sind auf den freifinanzierten Wohnungsmarkt angewiesen, und der ist teuer!

Wo bleibt:

· die sozialgerechte Bodennutzung, wo bleibt das Instrument der Erhaltungssatzungen, wo bleibt der Mietspiegel?

· Die Stadt hat über Jahre Grundstücke an Meistbietende verkauft, die Preise selber in die Höhe getrieben, anstatt mit Konzeptausschreibungen diejenigen zu fördern, die bezahlbaren Wohnraum schaffen, nämlich Genossenschaften und Baugemeinschaften. Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Profit aus Grundstückverkäufen zu schlagen!

Liebe Genossinnen und Genossen, da nutzt die Stadt zahlreiche Instrumente nicht, die sie zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums zur Verfügung hätte und das wird sich mit uns ändern!


Stadtgestaltung / Innenstadt

Bei der Stadtgestaltung, oder sollte ich besser sagen: der Stadtverunstaltung, tut es mir in der Seele weh, wie wir unsere Stadt verschandeln.

Große Bauprojekte werden oft nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und ohne architektonischen Anspruch verwirklicht:


Beim alten Schlachthof-Gelände oder auf dem Gießereigelände: Banale, einfallslose und seelenlose Investorenarchitektur ohne Anspruch. Der Rathausplatz wurde mit einem viel zu wuchtigen, überdimensionierten und hässlichen Baukörper der neuen Sparkasse verschandelt. Da hauen die einen wuchtigen Riegel mitten ins Herz der Stadt, ohne jegliches Gespür. Die braunen Imbissbuden des sogenannten Viktualienmarkts dahinter, die wie Zinnsoldaten aneinandergereiht sind, tun ihr übriges.


Warum bauen wir nicht gefälliger, warum legen wir dort als Reminiszenz an die Schutter nicht einen Wasserlauf an? Wo bleibt die Grüngestaltung mit Bäumen und Bänken zum Verweilen? Wo ist das Gespür und das Verständnis für unsere historische Altstadt?

Lasst uns aus unserer Stadt wieder ein Schmuckkästchen machen und lassen wir es nicht zu, dass unsere Stadt weiter mit einer banalen, einfalls- und seelenlosen Architektur verschandelt wird.


Ein neues Pflaster für die Fußgängerzone reißt es nicht raus. Aus der Harderstraße und der Donaustraße kann man auf der Nord-/Südachse mit relativ überschaubaren Aufwand etwas Schönes machen mit breiteren Gehwegen, mit einer Verkehrsberuhigung, mit Bepflanzungen und Sitzgelegenheiten. Alles uralte Themen, die die letzten Jahre einfach nicht vorangekommen sind.


Und was ist mit den hohen Parkgebühren: Da wird immer gejammert wie man die Attraktivität die Innenstadt erhöhen kann und dann werden die Tiefgaragengebühren erhöht, dass man 6 Euro zahlt wenn man länger als zwei Stunden parkt. Und man schafft es nicht, dass man eine stundenweise Kinderbetreuung in der Fußgängerzone einrichtet, damit Eltern einmal in Ruhe zum Einkaufen gehen können. Kein Wunder, wenn die Leute dann in den Westpark fahren, wo es Kinderbetreuung und kostenlose Parkplätze gibt.

Städtebau


Die Stadt ist seit 1989 innerhalb von 30 Jahren um fast 40.000 Einwohner gewachsen. Der letzte Flächennutzungsplan stammt von 1996 und ist ein viertel Jahrhundert alt. Wir brauchen endlich wieder ein langfristiges städtebauliches Konzept.

Die Stadt wächst laut Prognosen die nächsten Jahre auf 160.000.

Ich brauche kein Wachstum um des Wachstums willen, aber die Möglichkeiten, das Wachstum zu steuern sind begrenzt.

- Eine Steigerung auf 160.000 Einwohner bedeutet eine Fläche viermal so groß wie die Altstadt

- Konzepte, wie das Wachstum bewältigt werden soll? Wo und Wie? Fehlanzeige!

- Konzept, und zwar ganzheitlich: Wohnen, Arbeiten, Verkehrsanbindung/ÖPNV, Sport, Freizeit, Schulen und Kultur


Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen,

wir haben es vorhin am Beispiel des Projekts „Mobilitätshelfer“ gesehen und das fällt mir übrigens auch auf anderen Politik-Feldern auf: Solange etwas aus Berlin oder Brüssel gefördert wird werden in Ingolstadt Sachen gemacht und dann aber auch ohne mit der Wimper zu zucken wieder eingestellt wenn der Geldfluss versiegt.

Da muss ich sagen:

Ich kann doch nicht nur immer dann tätig werden, wenn aus irgendwelchen Fördertöpfen Geld kommt. Wo bleibt denn da der politische Gestaltungsanspruch und der Gestaltungswille der Kommunalpolitik?

So ein empathieloses technokratisches Vorgehen kennt man aus Wirtschaftsunternehmen, wo knallhart kalkuliert wird. Aber die Stadt Ingolstadt ist kein Wirtschaftsunternehmen, sondern ein Gemeinwesen für die Bürgerinnen und Bürger, da geht es in erster Linie um die Bedürfnisse der Menschen und nicht bloß um Zahlen.


Hier muss ein Mentalitätswechsel und ein Politikwechsel her. Es wird Zeit, dass diese Buchhaltermentalität im Rathaus aufhört und wir Politik wieder gestalten in dieser Stadt!

Wenn hier einer „näher am Menschen“ ist – wie die CSU in ihrem Slogan behauptet – dann sind es wir Sozialdemokraten, liebe Genossinnen und Genossen!


Ingolstädter Chaostage beenden

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen,

die letzten Wochen kann man auch als die „Ingolstädter Chaostage“ bezeichnen. Immer wieder neue Enthüllungen in der Presse über Affären aus vergangenen Jahren. Man kann es nicht mehr hören, denn es schadet dem Ruf Ingolstadts, es schadet unserer Demokratie und es befördert die Politikverdrossenheit, weil sich viele Menschen angewidert abwenden.

Dazu kommt, dass durch die Art, wie in dieser Stadt Politik gemacht worden ist, durch diese brutale Machtpolitik mit dem Kopf durch die Wand, die politische Kultur in unserer Stadt vor die Hunde gegangen ist.


Gerade die letzten Jahre waren in der Ingolstädter Politik geprägt von immer heftigeren Zerwürfnissen im Stadtrat, von einem miserablen und vergifteten Klima.

Das muss endlich aufhören. Lasst uns endlich Schluss machen mit dem Politiksumpf in dieser Stadt! Die CSU hat in Ingolstadt abgewirtschaftet! Wir brauchen einen neuen Stil, eine neue politische Kultur, einen neuen Oberbürgermeister und – auch einen neuen Bürgermeister!


Und dann wollen die mich in ein schlechtes Licht rücken, weil ich als Ingolstädter in München berufliche Erfahrungen gemacht habe.

Meine Güte, - die kapieren gar nicht, dass sie damit einen Vorteil herausstreichen, nämlich dass ich gerade nicht Teil des Ingolstädter politischen Establishments bin, dass ich mit niemanden offene Rechnungen habe, dass ich unvorbelastet an die Sache herangehen kann. Wie oft habe ich am Infostand schon gehört, dass die Menschen mich als Ingolstädter mit Erfahrungen von außen genau deswegen wählen. Dieser Schuss, liebe CSU, ist gehörig nach hinten losgegangen!


„Regieren“ als Oberbürgermeister

Ich werde immer wieder gefragt, Herr Scharpf, die SPD wird ja vermutlich die CSU nicht als stärkste Partei überrunden. Wie wollen Sie da als Oberbürgermeister agieren?

Die Antwort ist ganz einfach: Ein Stadtrat ist kein Bundestag. Der OB wird nicht vom Stadtrat gewählt, sondern er wird vom Volk direkt gewählt. Das ist eine reine Persönlichkeitswahl. Es ist deshalb in vielen Städten so, dass der Oberbürgermeister nicht zugleich auch von der stärksten Fraktion im Stadtrat stammt.

Ein besonders plastisches Beispiel ist Landshut. Dort ist Alexander Putz von der FDP Oberbürgermeister. In Landshut, einer Stadt, die zuvor jahrzehntelang von der CSU regiert worden ist. Außer Alexander Putz gibt es in Landshut nur noch einen weiteren FDPler im Stadtrat und Putz macht das, wie es sich in einem Stadtrat gehört: Er redet mit seinem Stadtrat und er sucht sich seine Mehrheiten.

Das deckt sich mit meinem Amtsverständnis von einem Oberbürgermeister, der für alle da sein muss, nicht nur für eine Partei, ein „Christian für ALLE“ eben.


Erneuerung der CSU

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder deutlich gemacht:

Ich möchte mehr Miteinander statt Gegeneinander im Stadtrat. Ich möchte versöhnen statt spalten und ich möchte, dass im Stadtrat alle Fraktionen und Gruppierungen mitgenommen, ernst genommen und gehört werden. Ich möchte mit allen demokratischen Fraktionen und Gruppierungen über die Parteigrenzen hinweg vernünftig und vertrauensvoll zusammenarbeiten.


Gleichzeitig werde ich immer wieder als „CSU-Fresser“ wahrgenommen, weil ich mit meiner Kritik an den Fehlentwicklungen der letzten Jahre nicht hinterm Berg halte.

Dabei gerät aus dem Blick, dass ich mit vielen Aktiven in der CSU überhaupt keine Probleme habe:

Ob das ein Alfred Grob, ein Matthias Schickel, ein Franz Wöhrl, ein Stefan Huber, eine Eva-Maria Atzerodt, eine Simona Rottenkolber, ein Michael Kern oder gar ein Reinhard Brandl ist, mit dem ich über meine Frau sogar weitschichtig verwandt bin: Viele Leute mit denen man anständig reden und zusammen arbeiten kann.


Aber, und das gehört auch zur Wahrheit, die CSU hat sich in den vielen Jahren in Ingolstadt verschleißt, sie hat ihren eigenen Kompass verloren, sie hat viel Porzellan zerschlagen, die Überdosis an Macht mit all ihren negativen Begleiterscheinungen ist ihr nicht bekommen und die inneren Spannungen in der CSU sind mit Händen zu greifen.

Der CSU ist es auf Landesebene immer wieder gelungen, sich neu zu berappeln:

Beim Wechsel von Streibl zu Stoiber, beim Wechsel von Stoiber zu Seehofer und beim Wechsel von Seehofer zu Söder.


Ich wünsche der CSU – im Interesse der Stadt – dass sie nach der Wahl die Kraft findet, sich selbst zu erneuern, damit mit mir als Oberbürgermeister im Stadtrat eine breite Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg auch mit der CSU möglich wird. Nur wenn die CSU diese Erneuerung schafft, wird das auch gelingen.


Die SPD ist da

Liebe Genossinnen und Genossen,

diese Sorgen der CSU haben wir Gott sei Dank nicht. Die Ingolstädter SPD erlebt einen Aufschwung, wie sie ihn schon lange nicht mehr gehabt hat. Wir müssen unsere Prospekte und Flyer an unseren Infoständen nicht wie saures Bier anbieten, zu uns kommen die Menschen freiwillig, sie wollen mit uns in Kontakt treten, mit uns sprechen und uns kennen lernen als die kommende starke Kraft in der Ingolstädter Kommunalpolitik.


Vor ein paar Tagen haben wir des 100. Geburtstags von Fritz Böhm gedacht. Ihm zu Ehren hat die SPD Ingolstadt auf Initiative von Achim Werner erstmalig den Fritz-Böhm-Preis verliehen, der an das „Kunstzentrum Besondere Menschen“ vergeben worden ist.

Fritz Böhm, Jahrzehnte lang Audi-Betriebsratschef, Stadtrat, Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter und Ehrenbürger unserer Stadt: Ein Titan der Ingolstädter Sozialdemokratie. Wenn er jetzt vom Himmel auf uns herabblickt, wäre er glaube ich Stolz auf uns Ingolstädter Sozis.


In meiner Nominierungsrede im Juni vergangenen Jahres habe ich Euch zugerufen:

Nur wenn wir selbst begeistert sind, können wir auch andere begeistern.

Nur wenn wir von uns selbst überzeugt sind, können wir andere überzeugen.

Und genau dieses Signal haben wir die letzten Monate ausgesendet und das spüren die Menschen. Noch nie waren die Chancen größer, in dieser Stadt nach fast 50 Jahren wieder den Oberbürgermeister zu stellen wie dieses mal.

Die Ingolstädter Sozialdemokratie lebt, sie ist da und wir sind bereit, Verantwortung für unsere Heimatstadt zu übernehmen.


Danke

Liebe Genossinnen und Genossen, der Wahlkampf ist zwar noch voll im Gange, aber auch wenn wir noch nicht am Ziel sind ist es nie zu früh, ein paar Worte des Dankes zu sagen:


Zuerst einmal an meine Blaskapelle, die Harmonie aus Neubiberg, die heute für uns aufspielt. Über 10 Jahre habe ich mit Euch zusammen musiziert, auf dem Oktoberfest, in Biergärten und auf Vereinsfesten und Pfarrfesten – und das ist der Wermutstropfen meiner politischen Ambitionen, dass ich jetzt keine Zeit mehr habe, bei Euch mitzuspielen. Heute waren es wenigstens ein paar Takte. Ihr habt´s super aufgespielt, danke dass Ihr heute nach Ingolstadt gekommen seid!


Ein herzliches Dankeschön an alle, die im Wahlkampf bis jetzt fleißig mitgeholfen haben, Plakate aufgehängt haben, am Infostand präsent waren, Flyer verteilt haben: Das ist alles ehrenamtlich, das ist alles Eure Freizeit und ihr opfert sie für unser gemeinsames Ziel, nämlich für unseren Erfolg bei der Kommunalwahl.


Ohne unseren Fraktionsvorsitzenden Achim Werner würde ich heute nicht vor Euch stehen. Er hat mich entdeckt und für das Unternehmen OB-Kandidatur begeistert. Herzlichen Dank, lieber Achim, ich habe es keine Sekunde bereut, dass ich in den Ring gestiegen bin. Mir macht´s unbandig Spaß, mit Euch zusammen zu arbeiten.


Ein Glücksfall in diesem Wahlkampf ist unser Parteivorsitzender Christian de Lapuente. Er arbeitet für zwei: Neben seinem Job beim DGB ist er Vorsitzender beim TSV Nord und SPD-Parteivorsitzender. Wann er einmal schläft weiß ich nicht, aber ich weiß:

Er hält die Partei zusammen und er ist ein wahres Organisationsgenie: Genau das, war wir jetzt brauchen. Herzlichen Dank, lieber Christian. Ich bin froh, Dich als Parteivorsitzenden an meiner Seite zu haben.


Und last but not least muss ich einer Frau danke sagen, ohne die dieser Wahlkampf undenkbar wäre: Unsere Christa Rabl. Seit Jahrzehnten ackert sie für unsere SPD und auch in diesem Wahlkampf geht nichts ohne die Christa. Ich weiß nicht auswendig wo ich die nächsten Tage Termine habe. Sie weiß es schon, weil sie meinen Terminkalender managed und ich fahre tagein tagaus dorthin, wo unsere Christa mich hinschickt. Liebe Christa, das was Du ehrenamtlich leistest ist einmalig und ich sag ein ganz herzliches Vergelt´s Gott für Deine Arbeit und ich bitte Dich, jetzt kurz zu mir auf die Bühne zu kommen.


Wir brauchen in unserer Partei Alt und Jung. Ein junger und begabter Hoffnungsträger wie Quirin Witty, der Ortsvereinsvorsitzender hier im Süden, ist genauso wichtig wie ein alt-und hochverdienter Manfred Schuhmann, der in die Tiefe und Breite der Gesellschaft hineinwirkt, im Narwalla-Präsidium, als Bruder Barnabas, als Nikolaus, oder Experte im Kultur- oder Stadtplanungsbereich. Wir dürfen Alt und Jung nicht gegeneinander ausspielen. Wir brauchen deshalb auch keine junge Liste. Genau wie in der ganzen Stadtgesellschaft gehören Alt und Jung auch bei uns in der SPD zusammen, und das soll auch so bleiben.


Richtungsentscheidung

Es geht am 15. März um eine Richtungsentscheidung für unsere Stadt.

Wer nach 48 Jahren CSU-Filz ein „Weiter so“ will mit einer Machtpolitik der verbrannten Erde, der soll Lösel und die CSU wählen.

Wer aber einen politischen Neuanfang will, der soll die SPD und mich als Oberbürgermeister wählen als Oberbürgermeister für ALLE Ingolstädterinnen und Ingolstädter.

Lasst uns die Fenster weit aufmachen und lassen wir den frischen Wind der politischen Erneuerung in Ingolstadt einziehen.

Lasst uns die „Ingolstädter Chaostage“ beenden und wieder vernünftige Politik in unserer Stadt machen!

Kämpfen wir für einen neuen politischen Stil, kämpfen wir für eine neue politische Kultur, kämpfen wir für den Wahlsieg am 15. März und zum Wohle unserer Stadt!


Vielen Dank!

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