• Dr. Christian Scharpf

Ingolstädter CSD

Presseerklärung vom 21.09.2019


Erklärung zum ersten offiziellen Ingolstädter Christopher Street Day (CSD)


Als OB-Kandidat der SPD freue ich mich, dass der Oberbürgermeister

die Schirmherrschaft über den ersten Ingolstädter CSD übernommen

hat. Leider traut er sich noch nicht, persönlich zu kommen.

Aber ich kann ihn beruhigen: Die Ingolstädter Bevölkerung ist viel

liberaler und toleranter als die CSU glaubt!


Gesellschaftlicher Fortschritt kommt nicht von alleine. Der Fortschritt ist

bei uns in Bayern und in Deutschland auch nicht aufgrund von besseren

Einsichten gekommen, sondern er ist gerichtlich erstritten worden.

Und wer behauptet, die gleichgeschlechtliche Lebensweise hätte doch

mit Homoehe und steuerlicher Gleichbehandlung alles erreicht, der

vergisst, dass es erst das Bundesverfassungsgericht gebraucht hat, um

der offenen und versteckten Diskriminierung einen Riegel

vorzuschieben.


Das Erreichte ist keine Selbstverständlichkeit.

Dass sich die Situation unter anderen politischen Vorzeichen auch

wieder ändern kann, zeigt die Situation in unserer Partnerstadt im

Zentralbezirk Moskau, nur wenige Flugstunden von uns entfernt.

Wer in Rußland homosexuelle Lebensweise propagiert, wird unter Strafe

gestellt, verfolgt und diskriminiert, und das mitten in Europa.


Der CSD ist deshalb nicht nur Party, er bleibt ein politisches Statement,

eine politische Veranstaltung gegen Intoleranz und Diskriminierung.

Ich freue mich, dass heute ein mutiges Zeichen gesetzt worden ist für ein

weltoffenes und tolerantes Ingolstadt.


Dr. Christian Scharpf