• Dr. Christian Scharpf

Standort Vision 2050plus

Wirtschaftsstandort Vision 2050plus


Mit seinem Positionspapier Standortvision „2050plus“ rennt der Ingolstädter Regionalausschuss der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) bei mir offene Türen ein: Der Forderungskatalog der IHK deckt sich in weiten Teilen mit unserem Wahlprogramm, das eine ganzheitliche wirtschaftspolitische Strategie im Blick hat, die nicht nur einseitig auf Wissenschaftsförderung fixiert ist.


Die wirtschaftliche Monostruktur Ingolstadts ist nicht erst seit gestern bekannt. Die großen Unternehmen bieten gut bezahlte Arbeitsplätze und ich werde selbstverständlich alles dafür tun, damit Ingolstadt mit unseren großen Unternehmen wie Audi ein starker und sicherer Wirtschaftsstandort bleibt. Aber der Mittelstand ist in der Vergangenheit vernachlässigt worden. Kleine und mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft. Deshalb muss ihnen auch in Ingolstadt endlich wieder die Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht werden, die sie verdienen. Dialog auf Augenhöhe ist hierfür das richtige Stichwort.


Die Förderung des Wissenschaftsstandortes ist in Ordnung, aber sie ist zu einseitig und sie greift zu kurz.


Wir fordern deshalb ein Gewerbeflächenentwicklungsprogramm, einen Gewerbe- und Handwerkerhof und eine viel aktivere Wirtschaftsförderung mit einem Wirtschaftsreferenten an der politischen Spitze:

https://www.christian-scharpf.de/post/ingolstadt-fit-für-die-zukunft-machen


Darüber hinaus muss die regionale Zusammenarbeit gestärkt werden. Ingolstadt muss seiner Funktion als Regionalzentrum endlich gerecht werden:

https://www.christian-scharpf.de/post/regionale-zusammenarbeit-stärken


Dazu gehört auch, wie die IHK zutreffend feststellt, bezahlbarer Wohnraum, dessen Verfügbarkeit in engem Zusammenhang mit der Fachkräftesicherung steht:

https://www.christian-scharpf.de/post/wohnraum-bezahlbar


Die Verkehrsinfrastruktur, abgestimmt mit der Region, ist zurecht ein wichtiger Bestandteil des Forderungskatalogs der IHK: Der ÖPNV wurde über viele Jahre vernachlässigt, alternative Massenverkehrsmittel wurden komplett verschlafen: Wir fordern dichtere Takte im Busverkehr, eine Regio-S-Bahn, die die 64.000 Einpendler aus der Region in den Griff bekommt und die Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt. Ingolstadt ist nicht nur Autostadt, die auch die Elektro-Ladeinfrastruktur verbessern muss. Ingolstadt muss zu einer Stadt der Mobilität werden, in der endlich auch andere Verkehrsträger und Verkehrsarten gefördert werden und zum Einsatz kommen:

https://www.christian-scharpf.de/post/zukunft-der-mobilität-für-ingolstadt


Einer der wichtigsten Punkte für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort sind die weichen Standortfaktoren. Bildung, Familie und Kultur:

Ingolstadt hat viele Anstrengungen unternommen auf dem Sektor der Kinderbetreuung. Diese muss aber wohnortnah angeboten werden. Große zentrale Einrichtungen, wie sie mit 300 Kindern an der Gustav-Adolf-Straße geplant werden, mit wenig Spielflächen im Freien, mit einer verkehrlichen Megakonzentration neben Mittelschule, Realschule und Gymnasium, sind kontraproduktiv. Eltern dürfen nicht gezwungen werden, in der Früh ihre Kinder über Kilometer durch die ganze Stadt zu fahren, nur damit die Stadt ihre Planzahlen für Kita-Plätze erfüllt. Kinderbetreuung muss dezentral erfolgen, dort wo die Menschen wohnen.


Die Pflege schließt, wie die IHK zutreffend feststellt, in der Tat immer mehr Angehörige von der Berufstätigkeit aus. Es gibt in Ingolstadt keine Adresse, keine Telefonnummer und keine Stelle, wohin sich Senioren, Hilfsbedürftige oder deren Angehörige mit ihren Anliegen wenden können. Deshalb will ich ein entsprechendes Servicezentrum umsetzen:

https://www.christian-scharpf.de/post/reiche-stadt-soziale-stadt


Die Kultur ist der weiche Standortfaktor schlechthin. Kultur ist Lebensgrundlage, Kultur schafft Urbanität, Kultur gibt einer Stadt Flair, Kultur ist die Grundlage für die Attraktivität einer Großstadt. Kultur ist ein wesentlicher Faktor dafür, qualifizierte Arbeitskräfte nach Ingolstadt zu locken. Die Stadt verweist dabei gerne auf die gestiegenen Ausgaben für Kultur im städtischen Haushalt. Das alleine reicht aber nicht. Entscheidend ist, dass Kultur von der Politik als Standortfaktor und als Chance begriffen wird, dass endlich Ernst gemacht wird mit einem Kultur- und Kreativzentrum, dass die Stadt ein kulturelles Markenzeichen entwickelt und sich so positioniert, dass die Stadt für neue Arbeitskräfte und für den Tourismus attraktiv wird.

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